Die Politiker

Die "Illustrirte Zeitung" aus Leipzig schreibt in ihrer Ausgabe 684 vom 9. August 1856 zu dem Bild Die Politiker: "Einen vollkommenen Gegensatz, in welchem überhaupt sich Flüggen in seinen Kompositionen gefällt, zu der letztgenannten Scene (Anm. d. Red.: Gemeint ist das Gemälde Vaterfreude) bilden in Beziehung auf Gefühlsausbrüche der Dargestellten seine Politiker. Ein alter bürgerlicher Hagestolz sitzt behaglich in seinem Lehnstuhl, seine beiden Hände, deren Daumen mit einander spielen, ruhen auf seinem wohlgepflegten Bäuchlein. Ihm gegenüber sitzt eine lange ausgedörrte Figur, deren Besitzer, umgeben von allen möglichen politischen Blättern, in höchster Erregung dem dicken Mann seine Begriffe über Völkerglück, Staatsökonomie etc. beizubringen sucht, aber sehr umsonst, den Dicken tangirt nichts. In einer andern Auffassung zum zweiten Male gemalt, kam dieses Bild in den Besitz des Herrn Stöhr in München."

Eines der beiden Bilder befindet sich im Privatbesitz der Familie. Allerdings ist es nicht identisch mit dem von dem Fotografen Joseph Albert für das Flüggen-Album abgelichteten Gemälde, was an den unterschiedlichen Signaturen zu erkennen ist.


Die Politiker (1846, Öl auf Leinwand, 27.5 x 34.5 cm, signiert)



Die Politiker - fotografiert nach dem Original von Joseph Albert. Entsprechende Blätter befinden sich im Privatbesitz der Familie und in der Staatlichen Bücher-  und Kupferstichsammlung im Sommerpalais in Greiz.

Die Signatur des Ölbildes ist völlig anders als auf allen anderen bekannten Flüggen-Bildern und erscheint im Gegensatz zu den anderen Signaturen auch ausgesprochen weiblich, was den Verdacht nahe legt, dass das Bild von Flüggens Witwe nachträglich signiert worden sein könnte. Dies um so mehr, als der Maler mehrere seiner Bilder nicht signiert hat.

 
Die beiden Signaturen (links die vom Ölgemälde, rechts die vom Foto)